Interview mit Robert Basic (Nr. 1 der deutschen Blogcharts)

Ich hatte heute Gelegenheit, Robert Basic, dem Nr. 1 Blogger der Deutschen Blogcharts, zu interviewen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

 

Hallo Robert, stelle Dich meinen Lesern bitte kurz vor. Wer bist Du und das machst Du so?

Im Internet bin ich ein Blogger, der das Blog BasicThinking.de/blog betreibt. Im RL bin ich Vater zweier Kinder und bald 42 Jahre jung. Das Angestelltendasein habe ich 2002 aufgegeben und bewege mich als freier Mann und Selbständiger durch die Welt.

 

In welcher Branche warst Du früher angestellt und – was mich besonders interessiert – durch welchen Impuls hast Du Dich entschlossen den sicheren Hafen der nichtselbständigen Beschäftigung mit monatlich fester Entlohnung aufzugeben und Dich selbständig zu machen?

Es handelte sich um die Bankbranche, dort allerdings nicht Banking, sondern die Mitarbeit in der IT-Abteilung einer Großbank. Den Job habe ich rund 7 Jahre genossen, bis die Sehnsucht nach einem völlig freien Job zu groß wurde. Denn, selbständiges Arbeiten war mir immer wichtig. Die Freiräume konnte ich mir auch als abhängig Beschäftigter schaffen, doch ganz frei zu sein, ist unter dem Strich immer noch was anderes. Was die monetäre Sicherheit angeht, ist das selbstverständlich ein Punkt. Man kann superb in einem Großkonzern verdienen, wenn man nur etwas mehr und besser rackert als der Schnitt. Aber monetäre Aspekte sind nicht das, wofür ich mein Leben verplempern will, nur um mit mehr Geld als die anderen begraben zu werden, am Ende aller Tage. Obwohl in unserer Gesellschaft der Wohlstand ein Ziel ist, der mittlerweile sogar sozial zu Anerkennung führt, was ein ziemlicher Unsinn ist:)

 

Du bist einer der Pioniere der deutschen Blogger-Szene. Beschreibe doch einmal wie alles begann.

Pionier? Oh, das sicher nicht, denn ich habe erst Recht spät mit dem Bloggen angefangen, nachdem eine frühe Blogger-Szene bereits bestand. Es muss um 2002/2003 herum gewesen sein, dass ich erstmals in einer IT-Zeitschrif etwas über Blogs gelesen hatte. Der Redakteur sprach von Blogs, die man in den USA nutzen würde. Ich hatte keinen Ton verstanden, was der meinte. Mehrere Monate später stieß ich über Fachforum im Bereich Lotus Notes immer wieder auf einen Linkverweis. Der auf die Domain von Jake Howlett zeigte ( http://www.codestore.net/ ). Was mich an der Domain erstaunte, war die Tatsache, dass man die Artikel kommentieren konnte. WoW! Eine kommentierbare Webseite war für mich der Hammer und ein Augenöffner. Wiederum Monate später hatte ich dann begriffen, dass man mittels eines Blog-Systems eine Seite aufziehen kann, die einfach zu pflegen und vaD kommentierbar ist. Wochen nach der Installation hatte ich dann Kontakte zu anderen Bloggern rund um den Globus geknüpft. Es handelte sich dabei um rund 50 Blogger, die sich mit Lotus Notes befasst haben. Das Außergewöhnliche an dieser Blog-Szene war die extreme Hilfsbereitschaft, nicht nur ausschließlich Wissen zu teilen und unerwartet freundlich miteinander umzugehen. Ohne auf Details und exemplarische Vorfälle eingehen zu wollen, aber bis heute habe ich diese Blogger in mein Herz geschlossen und es hat mich wesentlich dabei beeinflusst, wie ich ein Blog betreibe. Nach einer gewissen Weile habe ich dann mein Blog eingestellt, um ein anderes Blog aufzuziehen (das MEX Blog, Mitte 2003 an den Start gegangen). Das war dann erstmals der Anlass, Dritten das Thema Bloggen näherzubringen, in einem Umfeld, dass nicht durch das Interesse an Technik, sondern durch wirtschaftliches Handeln bestimmt wird. Zugleich war es mein erstes Experiment, ein Gruppenblog zusammen mit anderen Schreibern zu betreiben. Und, es war ein Versuch, mehr über wirtschaftliche denn über technische Dinge zu bloggen. Obwohl Wirtschaft eher trocken erscheint. Aber es hat wunderbar funktioniert, wir konnten zahlreiche Leser interessieren. Die Erfahrung war insgesamt immens positiv, so sind z.B. aus dem Projekt heraus zwei Beteiligte zu Bloggern geworden, die mit ihren eigenen Blogs heute super etabliert sind. Mitte 2005 war dann Schluss mit dem MEX-Blog und ich habe wieder mein eigenes Blog aufgesetzt. Allerdings nicht mehr auf englisch, sondern auf Deutsch. Der Grund war Recht einfach: Ich hatte mich langsam aber sicher von meinem Spezialgebiet Lotus Notes entfernt und es gab damit nicht mehr den zwingenden Grund, auf englisch zu schreiben (die Blog-Szene in LN ist nun einmal international). Damit war auch die Bahn frei, über alle möglichen Themen zu bloggen, die einen sonst interessieren. Egal, um was es geht, ich genieße meine redaktionellen Freiheiten, nicht themenfokussiert vorgehen zu wollen bzw. zu müssen. Die tiefe Begeisterung über das Bloggen als solches habe ich mir seit Beginn an erhalten. Dazu waren die ersten Erfahrungen zu positiv, sie ernähren mich sozusagen bis zum heutigen Tag. Wenn man es tiefer betrachtet, liegt es wohl an meiner Faszination, sich mit Menschen austauschen zu können. Obwohl ich stets sowohl das Gute aber zugleich das Schlechte in uns sehe. Womöglich ist es dieser Widerspruch in uns selbst, der mich antreibt. Ich weiß es aber nicht so genau, warum mich wiederum das nun so sehr antreibt:)

 

Das hört sich sehr interessant an. Du hast die Entwicklung der Blogger-Szene in Deutschland von den relativen Anfangszeiten mitgemacht. Hat sich die Blogger-Szene seitdem gewandelt?

Hm… neben der Tatsache, dass mehr Menschen bloggen, sehe ich mehr Blogs zu unterschiedlichsten Themen. Sprich, es bloggen mehr Menschen über mehr Themen. Da ich eine zunehmende Vernetzung der Menschen via Netz grundsätzlich aus vielerlei Gründen willkommen heiße, stehe ich der Entwicklung sehr positiv gegenüber. Was man zugleich zunehmend beobachten kann, ist die Verästelung. Es entstehen Blog-Szenen, die in sich gut vernetzt sind, aber weniger mit anderen Blog-Szenen. Das ist eine verständliche Entwicklung, denn niemand kann 100.000 Blogs im Auge behalten. 10-100 Blogs schon viel eher. Heißt? Die früher kleine, überschaubare Blogger-Szene, wo jeder das Gefühl hatte, mit allen Bloggern vernetzt zu sein, existiert in der Form heute nicht mehr. Man kann höchstens noch einige wenige Blogs als Stellvertreter einer gemeinsamen Klammerfunktion entdecken, sozusagen als weiterentwickelte Restanten einer früheren Blog-Zeit. Damit sind natürlich bekanntere Blogs gemeint, von denen einige eine Art von Hub- und Bridge-Funktion einnehmen, um es in der Sprache der Netzwerk-Forscher auszudrücken. Seit 2007 kann man neue Tendenzen beobachten, die auf eine andere Art und Weise die Menschen zugleich publizieren, kommentieren und sich vernetzen lassen. Die Rede ist von Social Networks und Twitter (wobei es hier seit ca. August 2008 eine spürbare Open Source Strömung gibt, die der Twitter-artiger Kommunikationsform zu einem ungeahnten Push verhelfen kann, was aber zu früh ist, um es endgültig zu beurteilen). Aufgrund unserer beschränkten Zeitressourcen wandern manche Blogger mehr und mehr in diese Richtungen ab. Manch einer verringert sein Blog-Aufkommen, gibt aber sein Blog nicht auf. Neue User, die im weitesten Sinne publizistische Interessensveranlagungen aufweisen (begrifflich nicht zu verwechseln mit Medienorganen), entdecken eher Social Networks, denn Blogs als Ausdrucksform ihrer Person im Netz. Was auch verständlich ist, denn Blogs sind nicht die Vernetzungswundermaschinen. Das sind eher SNs. Wo man im Handumdrehen einen Haufen Gleichgesinnter finden kann. Auch fokussieren SN das Publizieren für unbestimmte Dritte bei Weitem nicht so sehr wie es Blogs per se tun.

 

Welche – neben Twitter natürlich – Social Networkdienste stehen dabei besonders in Deinem Fokus?

Momentan interessiert mich “Wer Kennt Wen” ganz besonders. Denn der Dienst hat in recht kurzer Zeit eine große Menge von Nutzern angezogen, (letzten Monat sollen es 3,5 Mio. gewesen sein), bedingt durch die Einfachheit und den tollen Domainnamen. Hierbei zeichnet sich WKW durch eine starke, konzentrische Regionalisierung bei seiner Ausbreitung aus, hinzukommt ganz offensichtlich die Struktur der User hinzu. Es sind mehr die “Normalos”, die wenig mit den Powerusern des Webs zu tun haben. Es ist sehr spannend zu beobachten, ob WKW als general interest Network alle Regionen in D erobern wird. Oder doch letztlich das gleiche Schicksal erleiden wird, wie es Lokalisten und Kwick passiert ist. Letztendlich ist die Frage, ob und wann wir ein echtes Volksnetz vergleichbar mit MySpace in den USA haben werden. Ein weiterer Kandidat ist MeinVZ.net, die mit der Finanz- und KnowHow Power des gesamten VZ-Konglomerats befeuert werden.

 

Wohin wird sich das Social Networking Deiner Meinung nach entwickeln?

Was wir im Zuge der modernen SNs gesehen haben, ist eine leichte, softwaretechnische Veränderung bei der Abbildung des menschlichen Verhaltens. Vormals waren zwar ebenso Social Networks im Netz verfügbar, allerdings ohne diese starke Fokussierung auf das Userprofil und die explizite Möglichkeit, seine Buddies anzuzeigen (be my friend, friend of friend, followers…). Facebook hat dieses System um die Komponente “Activity Stream” erweitert (auch das gab es vorher, allerdings hat Facebook dieser Idee die notwendige Popularität verschafft). Die im Kern nichts anderes als die softwareseitige Abbildung des menschlichen Imitationsverhaltens bedeutet. Ich zeige, was ich mache, andere können das sehen und u.U. imitieren. Oder noch banaler ausgedrückt “wo ist was los, was ist angesagt unter meinen Buddies”. Wenn man dieses Prinzip weiterdenkt, dass SN menschliches Verhalten explizit zu spiegeln versuchen und wenn man im Hinterkopf behält, dass menschliches Verhalten weitaus komplexer ist, liegen noch zahlreiche Innovationen vor uns. Wir müssen “lediglich” soziale Verhaltensweisen beobachten, mit den jetzigen SW-Techniken abgleichen und Lücken entdecken, die noch nicht abgedeckt wurden. Gerade der Bereich Kommunikation ist im Netz stark vertreten. Aber SNs und non-verbale Kommunikation sind imho ein weitestgehend unbeackertes Segment (immer in Software gedacht). SNs zeigen aufgrund ihres weltweiten Zulaufs sehr deutlich auf, dass sie eine universelle Anwendungsklasse sind, deren Ansatz von Grund auf in die richtige Richtung zeigt.

Wir sprachen gerade von Deinen Anfängen in der Blogger-Szene. Was vermisst Du aus anfänglichen Zeiten?

Mir fällt auf den ersten und auch einen zweiten Gedanken ehrlich gesagt nichts ein, was ich vermisse. Nur, weil mehr Menschen bloggen, muss ich nicht die Nähe zu anderen Bloggern verlieren. Es sind eben nicht mehr gefühlt alle Blogger, sondern einige Blogger.

 

Du bloggst seit nunmehr 6 Jahren. Wie motivierst Du Dich nach dieser langen Zeit?

Oh, die Frage habe ich oben schon im Ansatz erklärt. Ergänzend kann man noch auf die Veranlagung verweisen, Wissensteilung und den Austausch iA zu schätzen. Mein Blog stellt zudem einen creativen outlet dar, seinen Gedanken eine Form zu geben. Die man gerne mit Dritten austauschen möchte. Ich weiß gar nicht, ob ich platzen würde, wenn ich damit nicht raus könnte. Ein Blog ist da schon ein idealer Gedankenträger. In vielen Dingen, die mir vor die Flinte kommen, sehe ich weitere Ideen auf Ideen und neue Möglichkeiten auf Möglichkeiten. In einem unendlichen Kreislauf, der nie enden will. Ok, bis Mr. Tod sagt, dass nun Schluss mit diesem Unsinn ist:)

 

Du betreibst mit dem Blog “Basic Thinking” den laut den dt. Blogcharts größten und bekanntesten deutschsprachigen Blog. Bitte teile uns ein paar Kennzahlen mit.

Aktuell bewegt sich das um die 300.000-350.000 PIs pro Monat, rund 200.000 Unique Visitors und rund +13.000 RSS Abonnenten. Die Zahl der RSS-Abonnenten hat seit letztem Jahr die Zahl der Direktbesucher überholt.

 

In Amerika nutzen bekannte Blogpersönlichkeiten wie John Chow oder Shoemaker die Popularität aus, um ihre Lebensunterhalt mit dem Bloggen zu verdienen. Wie sieht es bei Dir aus? Lebst Du von Deinem Blog?

Das Witzige an der Frage ist, dass man mich das üblicherweise immer zuerst fragt, wenn man mich als Blogger vorstellt oder kennen lernt. Ob ich davon leben kann. Die Frage zielt wohl darauf ab, ob Bloggen tatsächlich so ein kümmerliches Randphänomen ist, wie man es selbst gehört hat oder aber sich selbst vorstellt. Zudem schwingt darin unmittelbar mit, dass “Nr. 1″ doch wohl hoffentlich wenigstens ein paar Euro damit verdienen kann. Wenn nicht er, wer denn sonst. Aber um die Frage einzugehen: Ja, leben kann ich mittlerweile bequem davon. Was mich natürlich erfreut, denn ob ich davon leben könnte oder nicht, das war nicht mein Ziel noch würde es mich jemals vom Bloggen abhalten. Den Speed, den ich seit dem ersten Tag an den Tag lege, irgendwas zu bloggen, hat nie abgenommen.

 

Bloggst Du dabei gezielt über die Themen die sich auch monetarisieren lassen oder läuft das „Geld verdienen“ in Deinem Blog sozusagen als „Abfallprodukt“ nebenher?

Selbstverständlich blogge ich auch über Themen, wie man mit Blogs Geld verdienen kann, um meine bisherigen Erfahrungen einzubringen und zu teilen. Früher habe ich intensiv über AdSense gebloggt, später über paid Links, dann paid blogging, heute über Direktwerbung. Demnächst mehr über RSS-Werbung. Aber auch, um aufzuzeigen, dass es viele Wege gibt, die nicht unbedingt mit meinem mehr zufälligen Weg übereinstimmen müssen. Was ich dabei mache, ist meine jetzige Position auszunutzen und mit Monetarisierungsmöglichkeiten zu experimentieren. Was naturgemäß leichter fällt, wenn man etwas mehr Leser hat und mehr Bekanntheit genießt. Alles andere würde imho meiner Verantwortung nicht gerecht werden, das Wissen – auch wenns rudimentär ist – zu bunkern und andere nicht daran teilhaben zu lassen.

 

Ich hab gesehen, dass Du in Deinem Blog einen Werbebereich in der Sidebar eingeführt hast. Welche Arten der Monetarisierung Deines Blogs verwendest Du noch in Deinem Blog?  

Dann ist Dir die Position unterhalb eines Einzelartikels noch nicht aufgefallen. Das z. Zt. die Construktiv GmbH für Ihr Lifestream-Portal gebucht hat. Was mir persönlich prima gefällt, denn es vermittelt unmittelbar das Produkt funktional, statt einfach nur ein grafisches Banner zu sein. Heißt? Wie oben gerade angesprochen experimentiere ich sehr gerne mit Werbeformen. Heutige Webseiten kann man durchaus als Sammelsurium aus unterschiedlichsten Diensten betrachten. Einmal die Blog-Software selbst, dazu die Plugins, dann Widgets, embedded codes (z.B. YouTube) usw. Warum also muss ein Banner ein Banner sein, kann ja ebenso auch ein sponsored by Funktion sein z.B. wie schon angedeutet, wird es demnächst um die konkrete Umsetzung von Werbung in RSS gehen. Ein spannendes Segment, da hier noch wenige Erfahrungen bestehen. Natürlich kann man das mit Newslettern vergleichen und doch wiederum nicht.

 

Was hältst Du von der zurzeit immer öfter verwendeten Form des „paid blogging“?

In D ist Trigami am bekanntesten. Allerdings gefällt mir immer noch der Dienst in einigen Aspekten nicht so wirklich. Man muss bedenken, dass man die an sich werbefreie Zone des Artikels selbst zu einer Werbefläche macht. Das ist extrem kritisch und sensibel zu handhaben und genau da kann man dann auch viele Fehler machen. Insofern halte ich mich da raus und warte womöglich bis zum Ende aller Tage, dass ein Anbieter Spitzenleistungen bringt, um sich mit dem dann ggbfl. einzulassen.

 

Wie hast Du es auf den Olymp der deutschen Blogcharts geschafft. Bitte lass unsere Leser an Deiner Erfahrung teilhaben.

Na ja, da gibt es nix Großartiges zu vermelden. Wenn man so intensiv wie ich bloggt, gehen Backlinks – die als Maßstab für die Platzierung in der Blogcharts herangezogen werden -automatisch  ein. Das war damals mit MEX so, heute eben mit dem BasicThinking Blog. Außerdem kannst Du solche Fragen Menschen kaum stellen, die intrinsisch ticken. Ich motiviere mich aus mir selbst heraus. Zugleich, als Zahlenfetischist, der ich bin, finde ich Zahlen rund um die Blogcharts, Leser, und und und … sowieso klasse, um darin zu wühlen. Und kann darüber locker sprechen, ohne an mir selbst zweifeln zu müssen, ob ich denn tatsächlich fremdbestimmt wäre, was mich ziemlich ankotzen würde, wäre ich so ein Mensch. Das muss ich leider explizit so sagen, denn es gibt genügend Menschen da draußen, die das nicht verstehen können, warum man außer Klicks und Charts und Money “da oben” bloggen soll. Ganz so, als hätten sie kein Verständnis für eine Welt, in der sich Menschen aus eigenem Antrieb bewegen und die trotzdem oW in anderen Welten völlig ungeniert und befreit wandeln können. Ich pflege da immer zu sagen, dass Menschen idR multidimensional sind. Vielschichtig. Es gibt nicht den binären Menschen aus 1en und 0en, sondern aus 1en und 0en, die eine völlig andere Bedeutung annehmen können. Eine 1 kann auf einmal ein 0 bedeuten. (Ok, schon gut, in mir geht der Techie bei dieser Analogie durch:)

 

Was sind Deiner Meinung nach die 5 wesentlichsten Dinge, um Erfolg mit seinem Blog zu haben?

Viel schreiben, offen sein, nachvollziehbar sein, tiefen Respekt vor dem Leser haben und überhaupt:) Dann kommt der Erfolg, aus welcher Perspektive auch immer, ganz von selbst. Wenn man es vereinfacht: Sei Du selbst als Mensch. Der ein Mensch unter vielen Menschen ist. Wenn also dem einen sein Erfolg darin besteht, ein bekannter Mensch zu sein, sei es ihm ebenso gegönnt wie einem Blogger, der Erfolg darin sieht, dass er es überhaupt geschafft hat, sich ein Blog einzurichten oder ein Blogger zu sein, der es geschafft hat, einem Unternehmen die Leviten zu lesen.

 

Was sind Deiner Meinung nach die 5 größten Fehler, die man als Blogger machen kann?

Das Gegenteil von der obigen Antwort ist es nicht:) Ich sprach davon, dass Menschen multidimensional sind. So sprechen Blogs unterschiedliche Menschen an, jedes Blog in seiner Summe eine andere Lesergruppe. Mir fällt es daher schwer, Richtlinien aufzustellen, wie man zu einem erfolgreichen Blogger wird, ebenso wie man zu einem Blogger ohne Erfolg wird, der seine bewussten und unbewussten Ziele nicht erreicht. Das, was für mich gilt, gilt nicht allgemein. Meine obige Aussage, was einen erfolgreichen Blog ausmacht, kann für Dritte kompletter Unsinn sein. Es gibt da draußen sicherlich viele Tipps über Do’s und Dont’s. Aber? Sagen wir es mal so: Der Weg ist das Ziel. Wenn man auf dem Weg merkt, dass man mit dem Blog irgendwie weder Spaß noch Laune hat, es einen selbst nicht als Person bereichert, sollte man es letztlich sein lassen. Was man natürlich so nicht mehr auf Blogs münzen kann, die von Unternehmen betrieben werden. Da kannst Du schlecht damit kommen “sei einfach Du selbst und wenn Du keinen Bock hast, lass einen anderen Mitarbeiter bloggen”. Also? Nach dem langen Herumgeeiere dann doch Tipps, wie man es nicht machen sollte: Blogge super selten, blogge ohne Lust und Laune, blogge ohne Antrieb, blogge ohne Bezug auf Leser und andere Blogs.

 

Du sprachst gerade das Thema freiwillige Backlinks durch andere Blogger an. Geld-verdienen.tv befasst sich auch mit dem Themenkomplex “Suchmaschinenoptimierung”. Inwieweit hast Du Dir darüber Gedanken gemacht und inwieweit nutzt Du die Techniken der Suchmaschinenoptimierung um Deinen Blog zu optimieren.

SEO finde ich auf die eine Art spannend, was man alles anstellen kann, um seine Seiten in Google hochzubekommen. Was eine ziemlich langweilige Sache für mich ist, schaue ich mir an, was man dazu aber alles machen muss. Das Handwerk erscheint mir mehr wie dicke Bretter bohren. Und eine echte Knochenmühle, um auf einen guten Erfahrungslevel zu kommen. Was mein Blog angeht, so tue ich technisch darauf achten, dass alles da ist, um bloggen zu können. Ob ich dabei Dubletten oder dergleichen Probleme bekomme, beachte ich nicht. Da ich der Meinung bin, dass Google gefälligst lernen soll, mein Blog zu lesen, nicht ich soll umgekehrt lernen, wie Google denkt. Natürlich denkt man beim Bloggen an die Wiederauffindbarkeit der Inhalte. Aber aus einer anderen Sicht von “SEO”, zunehmend, je prominenter Dein Blog in Google verlinkt wird. Denn, es kann sein, dass man etwas zu emotional eine Firma oder eine im Geschäftsleben agierende Person zu prominent genannt hat. Wenn der Rauch sich verzogen hat, merkt man, dass man es eigentlich easier hätte angehen sollen. Das lernt man mit der Zeit, also achtet man eben vermehrt darauf.

 

Sehr interessant. Ich denke auch, dass Google sich immer mehr in Richtung Contenterkennung und Bewertung der Contentqualität hinbewegt und nicht mehr nur die Backlinks das Ranking einer Seite ausmachen. In diesem Zusammenhang, wie lange benötigst Du, um für Deine Artikel zu recherchieren, um die Themen qualitativ hochwertig und lesenswert zu behandeln?

 Zunächst einmal juckt mich Google zero, ob die meinen Content toll finden oder nicht. Google ist technischer Dienstleister, der sich an sich selbst ausrichtet, nicht an mir. Umgekehrt ist es ebenso:) Daher würde ich gerne die Frage komplett von Google entkoppeln. Bei vielen Artikeln reiche ich fremde Inhalte über einen Verweis darauf meinen Lesern weitern. Vergleichbar mit einem Small Talk zwischen Gastwirt und Gast. Qualität definiert sich da natürlich über Spaß und die Freude, die man am Small Talk empfindet, weniger an nobelpreisverdächtigen Gedankenpapieren. Bei einigen Artikeln hole ich dann mehr aus, um auf Zusammenhänge hinzuweisen, die spannend sein könnten, wenn man sich mehr mit ihnen beschäftigt. Und noch seltener schreibe ich dann ganze Abhandlungen. Wozu ich meinen Blog  gesamtheitlich dafür nicht geeignet halte, überhaupt die Form des Blogs mit seiner chronologischen Anordnung nicht das geeignete Medium für Überflieger-Content ist. Diese Rolle nehmen nach wie vor Wikis und auch Bücher ein, wenn man Tiefenwissen in der gesamten Breite eines Themas vermitteln möchte.

 

Zurück zu Deinem Business. Ist der Basic Thinking Blog Deine einzige Aktivität im Internet oder bist Du noch anderweitig aktiv?

Zurzeit ja.

 

Zum Schluss mal was ganz anderes: Welche Blogs liest du privat gerne?

Einige:)

 

Danke Robert für dieses klasse Interview. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Onlineaktivitäten.

Danke:)

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3 Kommentar(e)

  1. Frank | Sep 8, 2008 | Antworten

    Robert Basic ist in der Bloggerszene ein Phänomen. So etwas wie die eingeführte Marke wie Coca-Cola bei den Softdrinks. Weil er schon so lange aktiv ist, ist sein Blog zwangsläufig gut vernetzt (verlinkt), wodurch sich das Blog ein Stück weit von allein trägt. Ich lese das Blog allenfalls sporadisch und habe auch den Feed nicht abonniert. Abgesehen von der großen Bekanntheit des Blogs gäbe es für mich kei-nen Grund dies zu tun, weil der Content von der Qualität meiner Meinung nicht der-maßen einzigartig hochwertig ist, dass man ihn unbedingt gelesen haben müsste.

    Auch muss man ihm lassen, dass er es geschickt versteht, Aufmerksamkeit zu erre-gen. Seine gleichgültige Haltung zum Thema SEO nehme ich ihm nicht ganz ab. Ich sehe vielmehr in der regelmäßigen Veröffentlichung seiner Einnahmen eine Linkbait-Strategie. Die meisten Leute reden eher ungern über Geld. Wer es dennoch tut und außergewöhnlich hohe Einnahmen vermeldet, erregt Aufmerksamkeit. Auch dadurch wird der Eindruck der Ausnahmestellung untermauert. Dies verbessert die Verlinkung und treibt auch Leser zu.

    Oder nehmen wir den Hackerangriff von vor einigen Monaten. Dass jemand aus der IT-Branche mit einer alten WP-Version unterwegs ist, finde ich bemerkenswert. Ich möchte aber nicht wissen wie viele neue Links ihm die Berichterstattung über den Hackerangriff gebracht hat. Dies soll nicht heißen, dass er sich selbst gehackt hat. Er versteht es nur prima, von solchen Ereignissen zu profitieren.



  2. BlogMarketer | Sep 10, 2008 | Antworten

    Super Interview, schöne Fragen, coole Antworten. So muss es sein!



  3. Andre | Okt 18, 2009 | Antworten

    Sehr interessantes Interview, gibt , einen wie mir als Außenstehender, viele kleine Einblicke.

    Mach weiter so mit deinem Blog, else ihn sehr gerne!



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  1. Sep 7, 2008: Basic Thinking Blog | Interview
  2. Sep 7, 2008: Basic Thinking Blog | Interviews
  3. Sep 13, 2008: Blogstatistik
  4. Okt 7, 2008: PR Verteilung im Blog

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